Au-pair in Deutschland: Der komplette Ratgeber 2026
Taschengeld, Arbeitszeit, Versicherung, Visum und Behördengänge, mit den offiziellen Regeln abgeglichen, für Au-pairs und Gastfamilien.
Von DearAuPair Team · Aktualisiert am 8. Oktober 2026 · Mit offiziellen Quellen abgeglichen
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
| Taschengeld | 280 € im Monat (nicht sozialversicherungspflichtig) |
| Arbeitszeit | Max. 6 Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich, inkl. Babysitting |
| Freizeit | Mind. 1,5 volle Ruhetage pro Woche, ein freier Sonntag im Monat, vier freie Abende pro Woche |
| Bezahlter Urlaub | 4 Wochen bei 12 Monaten (2 Werktage pro vollem Monat) |
| Sprachkurs | Familie zahlt 70 €/Monat (oder 840 € einmalig) plus Fahrtkosten zum Kurs |
| Versicherung | Krankheit, Schwangerschaft/Geburt und Unfall, voll von der Familie bezahlt; Haftpflicht empfohlen |
| Alter | 18 bis 26 für Nicht-EU-Au-pairs (beim Antrag unter 27) |
| Dauer | 6 bis 12 Monate für Nicht-EU-Au-pairs; nur ein Au-pair-Aufenthalt in Deutschland |
| EU/EWR/Schweiz | Kein Visum, keine Erlaubnis; Anmeldung innerhalb von 2 Wochen |
| Nicht-EU | Nationales Au-pair-Visum, Deutsch A1, Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit |
Deutschland gehört zu den beliebtesten Au-pair-Ländern Europas und ist zugleich eines der am klarsten geregelten. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht die Regeln, an denen sich Familien und Au-pairs orientieren: ein festes Taschengeld, klare Grenzen für die Arbeitszeit, ein verpflichtender Zuschuss zum Sprachkurs und eine Versicherung, die die Familie bezahlt. Wenn du diese Regeln kennst, bevor du mit jemandem sprichst, erkennst du ein faires Angebot sofort, und genauso schnell merkst du, wenn etwas nicht stimmt.
Egal ob du als Au-pair nach Deutschland kommen willst oder als Gastfamilie überlegst, ein Au-pair aufzunehmen: Hier findest du alles an einem Ort. Wie der Alltag konkret aussieht, liest du in Ein Tag im Leben eines Au-pairs in Deutschland.
Wer Au-pair in Deutschland werden kann
Ein Au-pair ist ein junger Mensch, der bei einer Familie lebt, bei der Kinderbetreuung und leichten Hausarbeiten hilft und dafür ein Zimmer, Verpflegung, Taschengeld und Zeit bekommt, um Deutsch zu lernen und das Land kennenzulernen. Es ist ein kultureller Austausch, kein Job als Haushaltshilfe. Die BA nennt die typischen Aufgaben: Kinder beaufsichtigen, sie zur Kita oder Schule bringen, mit ihnen spielen und spazieren gehen, leichte Hausarbeit, Wäsche, Frühstück und einfache Mahlzeiten zubereiten und Haustiere versorgen. Die Pflege von kranken oder älteren Familienmitgliedern gehört ausdrücklich nicht dazu.
Gastgeber muss eine Familie im Sinne der BA sein: ein Paar (verheiratet oder nicht) oder ein alleinerziehender Elternteil mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, das dauerhaft im Haushalt lebt. Paare ohne Kinder können kein Au-pair aufnehmen. Das Au-pair darf mit der Gastfamilie nicht verwandt sein.
Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz
Mit einem Pass aus der EU, dem EWR (Norwegen, Island, Liechtenstein) oder der Schweiz hast du Freizügigkeit. Du brauchst kein Visum, keine Arbeitserlaubnis und keine Zustimmung der BA. Die strengen Visumsbedingungen (Altersgrenze, maximal 12 Monate, nur ein Au-pair-Aufenthalt) sind Regeln für die Zustimmung der BA bei Nicht-EU-Au-pairs und binden dich rechtlich nicht in gleicher Weise. Der übrige Rahmen (Taschengeld, Arbeitszeit, Ruhetage, Sprachkurs, Versicherung) ist aber genau das, was einen fairen Au-pair-Aufenthalt in Deutschland für alle ausmacht, und der Mustervertrag der BA sieht dieselben Bedingungen vor.
Nicht-EU-Bürger
Für alle anderen legt die Beschäftigungsverordnung (§ 12 BeschV) die Bedingungen fest:
- Alter: mindestens 18 am Tag der Aufnahme in die Familie und unter 27 bei der Antragstellung. Auch bei der Entscheidung der Ausländerbehörde musst du noch unter 27 sein, also stell den Antrag früh.
- Deutsch: Grundkenntnisse auf Niveau A1, meist mit einem anerkannten Zertifikat nachgewiesen (Goethe-Institut, telc oder ÖSD).
- Gastfamilie: In der Familie muss Deutsch als Muttersprache gesprochen werden, und mindestens ein Erwachsener muss die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-/EWR-Staates oder der Schweiz haben. Wird Deutsch „nur“ als Familiensprache gesprochen, darfst du nicht aus dem Heimatland der Gasteltern kommen.
- Dauer: mindestens 6 und höchstens 12 Monate.
- Nur einmal: Nach einem Au-pair-Aufenthalt in Deutschland kannst du nicht erneut zugelassen werden, auch wenn du die 12 Monate nicht voll ausgeschöpft hast.
- Keine Verwandtschaft: Du darfst mit der Gastfamilie nicht verwandt sein.
Einen Vergleich verschiedener Länder findest du in unserem Au-pair-Visum-Ratgeber. Und warum es innerhalb Europas am einfachsten ist, liest du in Warum Au-pair innerhalb Europas am einfachsten ist.
Ankunft als EU-Au-pair: Schritt für Schritt
- Vertrag vor der Abreise unterschreiben. Nutzt den Mustervertrag der BA und haltet Stunden, Aufgaben, Ruhetage und Startdatum schriftlich fest. Laut Mustervertrag sollte er möglichst vor der Ausreise geschlossen werden, spätestens aber in der ersten Woche in der Familie.
- Ärztliches Zeugnis besorgen. Der Mustervertrag, der auf dem Europäischen Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung beruht, sieht ein allgemeines Gesundheitszeugnis vor, das weniger als drei Monate vor der Aufnahme in die Familie ausgestellt wurde.
- Wohnsitz anmelden (Anmeldung) innerhalb von zwei Wochen. Wer in eine Wohnung einzieht, muss sich laut Bundesmeldegesetz innerhalb von zwei Wochen beim Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt anmelden. Du brauchst deinen Pass oder Personalausweis und die Wohnungsgeberbestätigung, die deine Gastfamilie ausfüllt. In vielen Städten brauchst du einen Termin, also buch ihn, sobald dein Anreisedatum feststeht.
- Auf die Steuer-ID warten. Nach deiner ersten Anmeldung schickt dir das Bundeszentralamt für Steuern deine steuerliche Identifikationsnummer per Post, meist innerhalb weniger Wochen. Du brauchst sie für jeden bezahlten Job und manchmal bei der Bank, also heb den Brief gut auf.
- Bankkonto eröffnen. Mit der Meldebescheinigung geht das deutlich leichter. Jeder, der sich rechtmäßig in der EU aufhält, hat Anspruch auf ein Basiskonto, und viele Onlinebanken funktionieren ebenfalls. Mit einer deutschen IBAN laufen Taschengeld und Deutschlandticket am einfachsten.
- Versicherung prüfen. Deine Gastfamilie muss dich versichern. Die Europäische Krankenversicherungskarte aus deinem Heimatland ist für vorübergehende Aufenthalte gedacht und ersetzt diese Pflicht nicht. Achte darauf, dass die Versicherung der Familie ab deinem ersten Tag gilt.
- Weg zum Sprachkurs klären. Finde heraus, wo der nächste geeignete Deutschkurs ist und wie du hinkommst. Die Fahrtkosten dorthin zahlt die Familie.
Und der Rundfunkbeitrag?
Der Rundfunkbeitrag wird pro Wohnung erhoben, nicht pro Person. Wenn du in der Wohnung deiner Gastfamilie lebst, deckt ihr bestehender Beitrag dich mit ab. Du musst dich also nicht separat anmelden oder zahlen. Das ändert sich nur, wenn du in eine eigene Wohnung ziehst.
Das Au-pair-Visum für Nicht-EU-Bürger
Au-pairs aus Nicht-EU-Staaten beantragen ein nationales Visum (D-Visum) zur Au-pair-Beschäftigung bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat, das für ihr Wohnsitzland zuständig ist. Das Visum wird erst erteilt, wenn die BA der Beschäftigung zugestimmt hat, und es erlaubt genau diese Au-pair-Tätigkeit und keine andere Arbeit. Fang nicht an zu arbeiten, bevor du das Visum hast.
- Familie finden, die die Bedingungen oben erfüllt (Deutsch als Muttersprache, Staatsangehörigkeit, mindestens ein Kind unter 18).
- A1-Zertifikat machen. Ein anerkanntes Sprachzertifikat ist der häufigste Grund, warum Anträge stocken, also kümmere dich früh darum.
- Unterlagen vorbereiten. Eine typische Checkliste der Auslandsvertretung umfasst: Antragsformular, Reisepass, biometrisches Foto, den unterschriebenen Vertrag nach BA-Muster (6 bis 12 Monate), den BA-Fragebogen, den die Gastfamilie ausfüllt, den Nachweis, dass die Familie Taschengeld, Sprachkurszuschuss und Fahrtkosten trägt, Lebenslauf und Motivationsschreiben, die Meldebescheinigung der Familie und Passkopien der Gasteltern, dein A1-Zertifikat und den Nachweis einer Krankenversicherung. Die Anforderungen unterscheiden sich leicht, nutze also immer die Checkliste deiner Vertretung.
- Termin wahrnehmen und Gebühr zahlen. Die Gebühr für ein nationales Visum beträgt 75 €. Rechne mit mehreren Wochen Bearbeitungszeit, weil die Auslandsvertretung auf die beteiligten Behörden in Deutschland warten muss.
- Einreisen und anmelden. Auch du meldest deinen Wohnsitz innerhalb von zwei Wochen an.
- Aufenthaltserlaubnis beantragen. Das Einreisevisum gilt meist für drei Monate. Bevor es abläuft, beantragst du bei der Ausländerbehörde vor Ort die Aufenthaltserlaubnis für den Rest deines Aufenthalts.
Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, Neuseeland, dem Vereinigten Königreich und den USA können ohne Visum einreisen und die Aufenthaltserlaubnis in Deutschland beantragen. Die Zustimmung der BA und die Au-pair-Bedingungen gelten aber auch für sie.
Braucht man eine Agentur? Nein. Das deutsche Recht schreibt keine vor, Familien und Au-pairs dürfen sich direkt finden. Agenturen sind freiwillig. Verlangt eine Agentur Geld vom Au-pair, darf das höchstens 150 € inklusive Mehrwertsteuer sein, und zwar erst, wenn ein wirksamer Vertrag besteht (bei Nicht-EU-Au-pairs also erst nach Erteilung des Aufenthaltstitels).
Taschengeld und der echte Wert des Aufenthalts
Au-pairs in Deutschland bekommen keinen Lohn, sondern ein Taschengeld von 280 € im Monat, unabhängig davon, wie viele Stunden du innerhalb der Grenzen tatsächlich mithilfst. Der Betrag ist nicht sozialversicherungspflichtig. Die Zahl allein unterschätzt das Angebot, denn fast alle deine Lebenshaltungskosten sind gedeckt:
- ein eigenes Zimmer in der Wohnung der Familie, mit Heizung, Strom und WLAN
- volle Verpflegung, dasselbe Essen wie die Familie
- 70 € im Monat für deinen Deutschkurs (840 € im Jahr)
- Fahrtkosten zum nächstgelegenen geeigneten Kurs
- volle Kranken-, Unfall- und Schwangerschaftsversicherung
Viele Familien geben mehr als das Minimum, etwa das Deutschlandticket (63 € im Monat in 2026, gültig im Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland) oder eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Das sind Extras, über die ihr verhandeln könnt, keine Pflicht, abgesehen von den Fahrtkosten zum Kurs. Die Reise nach Deutschland und zurück zahlst du in der Regel selbst. Wie Deutschland im Vergleich abschneidet, siehst du in unserer Übersicht Au-pair-Gehalt nach Ländern.
Arbeitszeit, Ruhetage und Urlaub
- Arbeitszeit: höchstens 6 Stunden am Tag und 30 Stunden pro Woche, Babysitting eingeschlossen. Die Grenze darf nur gelegentlich und nach vorheriger Absprache überschritten werden, Mehrstunden werden mit Freizeit ausgeglichen. Dein eigenes Zimmer aufzuräumen zählt nicht dazu.
- Ruhetage: mindestens eineinhalb volle freie Tage pro Woche. Sie müssen nicht am Wochenende liegen, aber mindestens ein Sonntag im Monat muss frei sein.
- Abende: mindestens vier freie Abende pro Woche.
- Freiraum: Die Familie muss dich für Sprachkurse, Gottesdienste, kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge freistellen.
- Bezahlter Urlaub: vier Wochen bei einem vollen Jahr, sonst zwei Werktage pro vollem Monat. Wenn du mit der Familie in den Urlaub fährst, zählt das nur als dein Urlaub, wenn du lediglich unwesentliche Aufgaben hast und nicht anwesend sein musst. In deiner freien Zeit darfst du nicht für eine andere Familie (Nachbarn, Freunde) arbeiten.
- Feiertage: Deutschland hat neun bundesweite Feiertage, dazu kommen die der Bundesländer (Bayern und Baden-Württemberg haben die meisten). Regelt im Vertrag, wie ihr Feiertage handhabt.
- Krankheit: Wenn du krank wirst, gewährt die Familie weiterhin Unterkunft, Verpflegung und die nötige Betreuung, bis die erforderlichen Regelungen getroffen sind. Haltet schriftlich fest, wie ihr Krankheitstage regelt.
Versicherung
Ein Au-pair-Verhältnis ist nicht sozialversicherungspflichtig, du bist also nicht automatisch über die Familie gesetzlich krankenversichert. Stattdessen muss die Gastfamilie für dich eine Versicherung abschließen, die Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie Unfall abdeckt, und die Beiträge vollständig übernehmen. Laut Mustervertrag sollen die Leistungen die Kosten für ärztliche Behandlung, Medikamente und Krankenhausaufenthalt so weit wie möglich decken.
Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber laut BA empfehlen viele Versicherungsmakler sie, und sie lohnt sich: Sie greift, wenn du aus Versehen etwas beschädigst, das jemand anderem gehört. Spezielle Au-pair-Versicherungen kombinieren meist alle drei. Bei Nicht-EU-Au-pairs ist der Nachweis einer deutschen Krankenversicherung Teil des Visumsantrags. Frag die Familie vor der Unterschrift nach dem Versicherer und dem Leistungsumfang.
Sprachkurs und Weiterbildung
Deutsch lernen ist der Kern des Austauschs. Jedes Au-pair muss die Möglichkeit haben, in seiner Freizeit einen Deutschkurs zu besuchen. Die Familie beteiligt sich mit mindestens 840 €: entweder 70 € im Monat für die gesamte Dauer oder einmalig 840 €. Die Pflicht besteht nur, soweit die Kosten tatsächlich anfallen, du musst den Kurs also wirklich besuchen. Zusätzlich zahlt die Familie die nötigen Fahrtkosten zum nächstgelegenen geeigneten Kurs.
Zur Auswahl stehen Intensiv- und Abendkurse an Sprachschulen, die oft günstigen Kurse der Volkshochschule (VHS) und studienvorbereitende Kurse an Hochschulen. Viele Au-pairs schließen ihr Jahr mit einer B1- oder B2-Prüfung ab, was später beim Studium oder Job in Deutschland hilft. Mehr dazu in Fähigkeiten, die Au-pairs im Auslandsjahr entwickeln.
Für Gastfamilien: Pflichten und Kosten
Ein Au-pair ist für viele Familien in Deutschland eine echte Entlastung: flexible Hilfe beim Abholen von Kita und Schule, an den Nachmittagen und in der Morgenhektik, dazu eine neue Sprache und Kultur am Esstisch. Gleichzeitig übernehmt ihr als Gastfamilie klare Pflichten. Achtet darauf, dass ihr:
- eine Familie mit mindestens einem Kind unter 18 im Haushalt seid;
- ein eigenes Zimmer (der Mustervertrag sagt „nach Möglichkeit“, in der Praxis wird es erwartet) und volle Verpflegung stellt;
- 280 € Taschengeld pünktlich jeden Monat zahlt;
- den Sprachkurszuschuss von 70 € im Monat und die Fahrtkosten zum Kurs übernehmt;
- eine Kranken-, Schwangerschafts- und Unfallversicherung abschließt und voll bezahlt (Haftpflicht empfohlen);
- die Grenzen von 6 und 30 Stunden, 1,5 Ruhetage, den freien Sonntag im Monat und vier freie Abende einhaltet;
- vor Beginn einen schriftlichen Vertrag unterschreibt (am besten den Mustervertrag der BA);
- die Anmeldung eures Au-pairs mit einer Wohnungsgeberbestätigung unterstützt.
Bei Nicht-EU-Au-pairs füllt ihr außerdem den BA-Fragebogen aus und stellt für das Visum eure Meldebescheinigung und Passkopien bereit. Eine Betriebsnummer bei der BA braucht ihr nicht.
Monatliche Kosten im Überblick
| Posten | Pro Monat |
|---|---|
| Taschengeld (Pflicht) | 280 € |
| Sprachkurszuschuss (Pflicht) | 70 € |
| Versicherung: Kranken, Unfall, Schwangerschaft, Haftpflicht (Pflicht außer Haftpflicht) | je nach Versicherer und Umfang; Angebote vergleichen |
| Fahrtkosten zum Kurs (Pflicht) oder Deutschlandticket (freiwilliges Extra) | abhängig von der Strecke; Deutschlandticket 63 € |
| Zusätzliche Kosten für Essen und Haushalt (Schätzung) | abhängig von eurem Haushalt |
| Realistisches Gesamtbudget | etwa 600-800 € |
Die Gesamtsumme ist unsere eigene Schätzung, keine offizielle Zahl. Rechnet eure eigenen Werte mit dem Au-pair-Kostenrechner durch und lest die komplette Kostenaufstellung. Um auf DearAuPair ein Au-pair zu finden, zahlt ihr eine einmalige Mitgliedschaft: 9,99 € für 1 Monat, 19,99 € für 3 Monate oder 29,99 € für 6 Monate, ohne automatische Verlängerung und ohne Agenturgebühr. Hier geht es zu den Tarifen.
So werdet ihr eine richtig gute Gastfamilie
- Schreibt einen Wochenplan und haltet euch daran. Unklare Arbeitszeiten führen zu mehr Konflikten als alles andere.
- Plant die erste Woche als Einarbeitung: Wege, Kita und Schule, Hausregeln, Notfallnummern.
- Bezieht euer Au-pair ins Familienleben ein: gemeinsame Mahlzeiten, Ausflüge, auch mal eine Feier.
- Nehmt euch jede Woche kurz Zeit für ein Gespräch, besonders im ersten Monat.
- Sprecht zu Hause Deutsch, genau dafür ist euer Au-pair gekommen.
Mehr in unserem Ratgeber für Familien, im Handbuch für den ersten Monat als Gastfamilie und in So findest du das richtige Au-pair.
Vertrag, Kündigung und vorzeitiges Ende
Die BA erwartet vor Beginn des Aufenthalts einen schriftlichen Vertrag. Am einfachsten ist der Mustervertrag der BA, der Angaben zur Familie, Zimmer, Taschengeld, Sprachkurszuschuss, Ruhetage, Versicherung, Urlaub und Stunden abdeckt. Ihr könnt auch mit unserer Vertragsvorlage für Gastfamilien oder dem Ratgeber zum Au-pair-Vertrag starten, achtet aber darauf, dass die deutschen Mindeststandards drinstehen.
Kündigung: Laut Mustervertrag kann jede Seite den Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen lösen, bei einer schweren Verfehlung oder schwerwiegenden Umständen auch mit sofortiger Wirkung. Enthält euer Vertrag keine Kündigungsfrist, kann er vorzeitig nur einvernehmlich beendet werden. Eine formale Probezeit sieht der Mustervertrag nicht vor; wenn ihr eine wollt, vereinbart sie schriftlich. Die BA rät, nicht schon in den ersten Tagen aufzugeben: Ein Kulturschock ist normal und geht meist schnell vorbei.
Nicht-EU-Au-pairs: Deine Aufenthaltserlaubnis ist an den Au-pair-Aufenthalt gebunden. Endet er vorzeitig, wende dich sofort an die Ausländerbehörde. Ein Wechsel in eine neue Gastfamilie kann innerhalb der 12 Monate möglich sein, braucht aber erneut eine Zustimmung, zieh also nicht einfach zu einer anderen Familie.
Wo Au-pairs leben: Städte und Regionen
- Berlin: international, kreativ und riesig. Viele Kursangebote und ein hervorragendes Nahverkehrsnetz. Die Bezirke unterscheiden sich stark, prüf also die Entfernung zu deinem Kurs.
- München: eine der teuersten Städte Deutschlands, was sich bei deiner Freizeit bemerkbar macht. Dafür gibt es die Alpen, Seen und eine sehr hohe Lebensqualität. Bayern hat außerdem viele Feiertage.
- Hamburg: Hafenstadt mit viel Wasser, Parks und einem gut ausgebauten Nahverkehr; das Wetter ist oft grau und windig.
- Frankfurt und Rhein-Main: Finanzzentrum mit vielen internationalen Familien und sehr guter Anbindung, auch über den Flughafen für Heimreisen.
- Köln, Düsseldorf und Rhein-Ruhr: dicht besiedelt, viele Städte liegen nah beieinander. Ideal, um mit dem Deutschlandticket viel zu entdecken. Die Karnevalszeit in Köln ist ein Erlebnis für sich.
- Stuttgart, Kleinstädte und ländliche Regionen: oft niedrigere Lebenshaltungskosten und ein sehr enges Familienleben, aber weniger Kursangebote und längere Wege. Frag nach, ob du den Kurs ohne Auto erreichst oder einen Führerschein brauchst.
Mit dem Deutschlandticket fährst du bundesweit mit Regionalzügen, Bussen und Straßenbahnen, was Wochenendausflüge günstig macht. Du vergleichst noch Länder? Schau dir Österreich, die Schweiz und die Niederlande an.
Typische Probleme und Warnsignale
- Zu viele Stunden: 40 Stunden pro Woche, ständiges Babysitting am Abend oder keine echten Ruhetage. Das ist kein Au-pair-Aufenthalt mehr. Schreib deine Stunden auf.
- Schwere Hausarbeit statt Kinderbetreuung: Grundreinigung, Kochen für Gäste oder Pflege von Älteren sind keine Au-pair-Aufgaben.
- Keine Versicherung: Lass dir die Police vor der Anreise zeigen. „Das klären wir später“ reicht nicht.
- Kein schriftlicher Vertrag: Ohne Vertrag kannst du nichts nachweisen.
- Weniger Taschengeld oder Abzüge: 280 € sind der Standard; Zimmer und Essen dürfen dir nicht berechnet werden.
- Kein Sprachkurs: Der Kurszuschuss ist Pflicht, kein Bonus.
- Touristenvisum statt Au-pair-Visum: Für Nicht-EU-Bürger ist Au-pair ohne das richtige Visum illegale Beschäftigung, und das Risiko trägt allein das Au-pair.
- Vorauszahlungen: Eine Vermittlungsagentur darf von einem Au-pair höchstens 150 € verlangen, und erst nach einem wirksamen Vertrag. Zahl nie Geld, um eine Familie zu „reservieren“.
Warum die Regeln wichtig sind (Minijob oder Au-pair)
Ein Au-pair ist kein Minijob und keine reguläre Arbeitnehmerin: Der Aufenthalt ist ein kultureller Austausch mit Taschengeld und nicht sozialversicherungspflichtig. Das funktioniert aber nur, wenn die Au-pair-Regeln eingehalten werden. Wird jemand faktisch als Vollzeit-Nanny oder Haushaltshilfe eingesetzt, kann das als normales Arbeitsverhältnis gewertet werden, mit gesetzlichem Mindestlohn (13,90 € pro Stunde in 2026) und Sozialversicherungsbeiträgen. Die Regeln einzuhalten schützt also auch euch als Familie.
Wenn es Probleme gibt, sprecht zuerst offen darüber, am besten im wöchentlichen Gespräch. Hilft das nicht, hol dir Rat, und im Notfall ruf die Polizei (110). Bevor du zusagst, lies unseren Ratgeber zu Warnsignalen und den Sicherheitsratgeber.
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Offizielle Quellen
Wir gleichen diese Regeln mit den offiziellen Quellen unten ab. Regeln ändern sich – prüfe sie vor Vertragsabschluss oder Anreise immer bei der zuständigen Behörde.
- Bundesagentur für Arbeit: Au-pair in deutschen Familien (Merkblatt, PDF)
- Bundesagentur für Arbeit: Mustervertrag Au-pair (PDF)
- Bundesagentur für Arbeit: Au-pair (Überblick)
- Familienportal des Bundesfamilienministeriums: Wie ist Kinderbetreuung durch Au-pairs geregelt?
- § 12 Beschäftigungsverordnung (BeschV): Au-pair-Beschäftigungen
- § 17 Bundesmeldegesetz (BMG): Anmeldung innerhalb von zwei Wochen
- Deutsches Generalkonsulat (Auswärtiges Amt): Checkliste Au-pair-Visum (PDF)
- Bundesregierung: Mindestlohn seit 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro
- Bundeszentralamt für Steuern: Steuerliche Identifikationsnummer
- ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice: Rundfunkbeitrag
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Taschengeld bekommt ein Au-pair in Deutschland?
Die Bundesagentur für Arbeit setzt das Taschengeld auf 280 Euro im Monat fest, unabhängig davon, wie viele Stunden du innerhalb der Grenzen mithilfst. Dazu stellt die Gastfamilie ein eigenes Zimmer und volle Verpflegung, zahlt 70 Euro monatlich für deinen Deutschkurs (oder einmalig 840 Euro für ein Jahr), die Fahrtkosten zum Kurs sowie deine Kranken-, Unfall- und Schwangerschaftsversicherung.
Wie viele Stunden arbeitet ein Au-pair in Deutschland?
Höchstens 6 Stunden am Tag und 30 Stunden in der Woche, Babysitting eingeschlossen. Dir stehen mindestens eineinhalb volle Ruhetage pro Woche zu, mindestens ein freier Sonntag im Monat und mindestens vier freie Abende pro Woche. Mehrstunden sind nur gelegentlich nach vorheriger Absprache erlaubt und müssen mit Freizeit ausgeglichen werden.
Brauche ich ein Visum, um Au-pair in Deutschland zu werden?
Bürgerinnen und Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz brauchen weder Visum noch Arbeitserlaubnis, sie melden nur innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug ihren Wohnsitz an. Die meisten Nicht-EU-Bürger brauchen ein nationales Au-pair-Visum der deutschen Auslandsvertretung in ihrem Wohnsitzland. Dafür sind die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, Deutschkenntnisse auf A1-Niveau und ein unterschriebener Au-pair-Vertrag nötig.
Wie alt darf ein Au-pair in Deutschland sein?
Au-pairs aus Nicht-EU-Staaten müssen bei der Aufnahme in die Familie mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen beim Antrag auf den Aufenthaltstitel noch nicht 27 sein, auch nicht bis zur Entscheidung. Für Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz gilt diese Visumsgrenze nicht, die meisten Familien und der offizielle Mustervertrag orientieren sich aber am gleichen Rahmen von 18 bis 26 Jahren.
Wer zahlt die Versicherung für das Au-pair?
Die Gastfamilie. Sie muss eine Versicherung für Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie Unfall abschließen und die Beiträge vollständig tragen. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. Spezielle Au-pair-Versicherungen bündeln meist alle drei.
Was kostet ein Au-pair eine Gastfamilie pro Monat?
Fest sind 280 Euro Taschengeld und 70 Euro Sprachkurszuschuss, dazu kommen die Versicherung und die Fahrtkosten zum Kurs. Mit Verpflegung und den zusätzlichen Haushaltskosten sollten die meisten Familien insgesamt mit etwa 600 bis 800 Euro im Monat rechnen, deutlich weniger als für eine Nanny oder zusätzliche Betreuung.
Ist ein Au-pair ein Minijob?
Nein. Ein Au-pair-Aufenthalt ist ein kultureller Austausch mit Taschengeld, kein Minijob und kein reguläres Arbeitsverhältnis, und er ist nicht sozialversicherungspflichtig. Das gilt aber nur, solange die Au-pair-Regeln eingehalten werden: Wird ein Au-pair als Vollzeit-Haushaltshilfe oder Nanny eingesetzt, kann das als normales Arbeitsverhältnis mit Mindestlohn- und Sozialversicherungspflichten gewertet werden.
Wie finde ich eine Gastfamilie oder ein Au-pair in Deutschland?
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